Gotische Kirche im Ortskern

Kirche St. Martin

Eine Kirche mit bewegter Baugeschichte, wehrhaftem Turm und einem großen gotischen Wandbilderzyklus aus dem 14. Jahrhundert.

Turm und Langhaus der Kirche St. Martin, über dem Eingang die Figur des heiligen Martin

Eine Kirche, die wegen ihrer Geschichte und ihrer gotischen Wandmalereien in der Region besonders sehenswert ist.

Der heilige Martin

In Ungarn geboren, kam Martin bereits mit fünfzehn Jahren als Reitersoldat nach Gallien. Hier soll er am Stadttor von Amiens mit einem Armen seinen Mantel geteilt haben. Mit achtzehn Jahren getauft, gab er den Militärdienst auf, ging über Trier zum heiligen Hilarius von Poitiers, gründete dort ein Kloster und wurde 371 Bischof von Tours. Martin wurde zum Reichsheiligen der Franken und ist bis heute Patron vieler Kirchen.

Wie alt ist die Kirche St. Martin?

Die heutige Kirche mit dem ausgeprägten Wehrturm entstand im dritten Viertel des 14. Jahrhunderts. Noch älter ist der südliche Seitenchor, die heutige Marienkapelle: Er ist der Rest einer wohl nur kleinen Anlage aus der Zeit um 1300.

  1. um 1300

    Kleine Vorgängeranlage – erhalten ist der südliche Seitenchor, die heutige Marienkapelle

  2. 3. Viertel 14. Jh.

    Bau der heutigen Kirche mit Schiff, Hauptchor und Wehrturm

  3. um 1380–90

    Der große Wandbilderzyklus an der Nordwand entsteht

  4. Barockzeit

    Der Seitenchor wird auf die Höhe von Schiff und Hauptchor aufgestockt, ein einheitlicher Dachstuhl aufgesetzt

  5. um 1840

    Der heutige Turmhelm ersetzt die vier Erkertürmchen an den Turmecken

  6. 1906

    Die gotischen Wandgemälde werden entdeckt …

  7. 1947/48

    … und freigelegt und restauriert

Grundriss der Kirche St. Martin
Grundriss der Kirche St. Martin

Ausstattung

  • um 1380–90

    Die Fresken der Nordwand

    In zwei Streifen von je 2 m Höhe und rund 10 m Länge: unten das Jüngste Gericht, darüber die Kreuzigung und das Martyrium der zwölf Apostel.

  • 2. Hälfte 14. Jh.

    Pietà

    Aus Lindenholz geschnitzt. Auffallend ist die kindhaft kleine Gestalt Jesu.

  • Mitte 15. Jh.

    Der heilige Martin zu Pferde

    Eine Holzskulptur, ländliche Arbeit.

  • um 1520–25

    „Madonna mit der Weintraube“

    Wohl Teil einer Kreuzigungsgruppe. Seit Generationen legt man ihr im Herbst die ersten in Wellmich geernteten Trauben in die Hände.

  • 2. Viertel 13. Jh.

    Corpus des Altarkreuzes

    Älter als die heutige Kirche selbst.

  • Anfang 18. Jh.

    Petrus und Paulus

    Holzstatuen der beiden Apostel.

Ansichten

Bilder der Kirche St. Martin