Kirche St. Martin

Katholische Kirche St. Martin

Eine Kirche, die wegen ihrer interessanten Geschichte und gotischen Wandmalereien in der Region besonders sehenswert ist.

Das Leben des hl. Martin

In Ungarn geboren, kam Martin bereits mit fünfzehn Jahren als Reitersoldat nach Gallien. Hier soll er am Stadttor von Amiens mit einem Armen seinen Mantel geteilt haben. Mit achtzehn Jahren getauft, gab er den Militärdienst auf, begab sich über Trier zum hl. Hilarius von Poitiers, gründete dort ein Kloster und wurde 371 Bischof von Tours. Martin wurde zum Reichsheiligen der Franken und ist noch heute Patron vieler Kirchen.

Geschichte der Kirche

Der südliche Seitenchor, die heutige Marienkapelle, ist Rest einer wohl nur kleinen Anlage aus der Zeit um 1300. Die heutige Kirche mit dem ausgeprägten Wehrturm wurde im 3. Viertel des 14. Jahrhunderts errichtet. In der Barockzeit wurde der Seitenchor bis in die Höhe von Schiff und Hauptchor aufgestockt und ein einheitlicher Dachstuhl aufgesetzt. Bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts trug der Turm an seinen Ecken vier Erkertürmchen; sie verschwanden mit der Errichtung des heutigen Turmhelms um 1840.

Die Ausstattung der Kirche

Die Fresken der Nordwand: 1906 wurde ein großer gotischer Wandgemäldezyklus entdeckt, der erst in den Jahren 1947/48 freigelegt und restauriert wurde. Er dürfte bald nach der Erbauung von Schiff und Hauptchor entstanden sein (um 1380–90). In zwei Streifen von jeweils 2 m Höhe und ca. 10 m Länge sind unten das Jüngste Gericht, darüber die Kreuzigung und das Martyrium der 12 Apostel dargestellt.

Pietà: Aus Lindenholz geschnitzt in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts. Auffallend ist die kindhaft kleine Gestalt Jesu.

Holzskulptur des hl. Martin zu Pferde: Eine ländliche Arbeit aus der Mitte des 15. Jahrhunderts.

Statue der hl. Maria: Diese Darstellung war wohl Teil einer Kreuzigungsgruppe, um 1520–25 geschaffen. Im Volksmund wird sie auch „Madonna mit der Weintraube" genannt, da seit Generationen die ersten in Wellmich geernteten Weintrauben im Herbst ihr in die Hände gelegt werden.

Corpus des Altarkreuzes: Aus dem 2. Viertel des 13. Jahrhunderts. Holzstatuen des hl. Petrus und des hl. Paulus: Anfang des 18. Jahrhunderts.

Besucherinformationen Standort: Blütenweg, 56346 St. Goarshausen-Wellmich
Öffnungszeiten: täglich von 9:00 bis 17:00 Uhr

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